Geschichte des BodhidharmaZendos

Alles begann mit einer kleinen Zen-Gruppe unter der Leitung von Franz Ritter, die seit 1976 im Buddhistischen Zentrum am Dannebergplatz im 3. Bezirk praktizierte. Da bald nach Genro, Oshōs Ankunft die Mitgliederzahl stark anstieg, übersiedelte das neugegründete BodhidharmaZendo und mit ihm das Buddhistische Zentrum Anfang 1980 in das Haus am Fleischmarkt 16 im 1. Bezirk.

Von Beginn wurde regelmäßig an drei Abenden in der Woche Zazen unter der Leitung von Genro, Oshō angeboten. Später kamen zweimal pro Woche frühmorgendliche Sitzperioden hinzu.

Seit Anfang der 1980er Jahre veranstaltet das BodhidharmaZendo regelmäßig Sesshins und Zazenkais (Meditations-Wochenenden). Anfangs im Buddhistischen Zentrum Scheibbs, das von Genro, Dai Oshō mitaufgebaut wurde und seit 2016 im BergZendo Hohe Wand, unserem heutigen Meditations- und Seminarzentrum im Grünen. Zusätzlich werden regelmäßig Zazentage und Nachtsitzen/Yaza, Dharmastudium und Einführungskurse im StadtZendo Wien abgehalten.

Bis 1999 kam auch Genros Lehrer – Joshu Sasaki, Rōshi – regelmäßig nach Österreich um Dharma-Vorträge zu halten und Sesshins zu leiten sowie mit der Sangha Kōan-Praxis zu üben. Viele unserer Mitglieder sind immer wieder ins Mt. Baldy Zen Center (USA) gereist, um mit Joshu Sasaki, Rōshi Zen zu praktizieren. Einige von ihnen blieben mehrere Jahre in Mt. Baldy und manche wurden von Rōshi zu Zen-Mönchen und -Nonnen und Oshōs (Priester) ordiniert. In anderen Zen Linien wurden auch zwei Schüler von Genro zu Rōshis ordiniert.  

1989 wurde Genro, Oshō zum »Acting Roshi« (Zen-Meister) ernannt. Er war damit ermächtigt, Sanzen (Unterweisungen eines Zen-Lehrers unter vier Augen) zu geben und so seinen SchülerInnen die Arbeit mit Kōans zu ermöglichen. Diese Art der Praxis ist ein wesentliches Merkmal der Rinzai-Schule und zahlreiche Mitglieder konnten sie mit ihm bis zu seinem Tod ausüben. Genro, Oshō verstarb im November 2010.

Im März 2012, übernahm Kigen Ekeson, Oshō die spirituelle Leitung des BodhidharmaZendos. Unter seiner Führung werden regelmäßig Zen-Retreats und Veranstaltungen in Wien und am BergZendo Hohe Wand abgehalten.

Nach dem Ableben von Joshu Sasaki, Rōshi im Juli 2014 übernahm Shunan Noritake, Rōshi die spirituelle Leitung des Orden Rinzai-Ji/Los Angeles. Einmal jährlich kommt auch Shunan Noritake, Rōshi nach Österreich. Unter seiner spirituellen Anweisung wird die Sangha in Zazen und Kōanpraxis geübt.

Der Verein zur Förderung des Zen-Buddhismus

Der Verein wurde 1979 von Genro Seiun, Oshō gegründet und bildet den äußeren, rechtlichen Rahmen des Bodhidharma Zendo. 

Der Vorstand besteht derzeit aus Obmann, Obmann-Stellvertreter, Kassier und Schriftführerin und nimmt alle administrativen Aufgaben des Vereins wahr. Dazu gehört vor allem die Verwaltung der Vereinsmitgliedschaften, der Betrieb der Seminarstätten in Wien und Hohe Wand, die Gesamtverantwortung über die Finanzgebarung und sonstige verwaltungsrelevante Belange.

Eine Vereinsmitgliedschaft ist Voraussetzung für eine regelmäßige Zenpraxis im Bodhidharma Zendo. Ungefähr 120 Mitglieder, einige davon seit Vereinsgründung, tragen dazu bei, dass sich der seit Jahrzehnten bestehende aktive Sangha lebendig weiterentwickelt.

Der Rinzai-ji Orden Österreich

Der Orden wurde 1983 von Genro Seiun, Oshō gegründet. Dies geschah im Zuge der Anerkennung der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR). Er folgt der Tradition des Rinzai-Zen und der Lehre von Kyozan Joshu Sasaki, Rōshi.Die Funktion des Abtes, die früher von Genro Seiun, Osho ausgeübt wurde, ist derzeit nicht besetzt. Seit März 2012 ist Seigaku Kigen Ekeson, Oshō spiritueller Leiter des Bodhidharma Zendo und damit des Rinzai-ji Ordens Österreich. 

Die Ordensmitglieder bemühen sich, aufgrund des von ihnen abgelegten Bodhisattva-Gelübdes nach besten Kräften zu praktizieren und nach ihren Möglichkeiten den Sangha zu unterstützen. Der Orden ist Mitglied in der ÖBR und entsendet regelmäßig ein Mitglied in den ÖBR-Sangharat.

Als langjährige Mitglieder des Vereins und damit des Bodhidharma Zendo entscheiden die Ordensmitglieder über alle Angelegenheiten der spirituellen Praxis. Dazu gehört insbesondere auch die Einladung eines geeigneten, spirituellen Leiters für das Zendo, aber z.B. auch die Ausgestaltung der Meditationsräume, die Form der Praxis und alle damit zusammenhängenden Fragen. 

Die Aufnahme als Ordensmitglied erfolgt auf eigenes Ansuchen oder über Einladung durch den Orden. Voraussetzung ist mehrjährige Zen-Praxis und die Ablegung des Bodhisattva Gelübdes (Jukai Zeremonie, mit der man sich zum Buddhismus bekennt) .