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Philosophische Gespräche zu Tathāgata-Zen – Philosophical conversations on Tathāgata Zen

25.05.2024, 14:00 - 16:00

– English version below –

Am 25. Mai 2024 starten unsere „Philosophischen Gespräche zu Tathāgata-Zen“. Seigaku Kigen Oshō, Abt des BodhidharmaZendo, wird in dieser offenen Veranstaltung den Zen-Weg im Lichte der Lehre von Joshu Sasaki Rōshi erläutern. Weitere inhaltliche Infos dazu im Text unten. In anschließender Diskussion wird gemeinsam reflektiert und es werden Fragen beantwortet. Die Moderation übernimmt Peter Rantaša, wir sprechen zum Teil Deutsch und zum Teil Englisch mit Übersetzung. Die Gruppe ist für externe Gäste, AnfängerInnen und erfahrene Praktizierende gleichermassen offen – alle sind willkommen!

Anmeldung via E-Mail ist nötig: mail@bodhidharmazendo.net.
Ort: BodhidharmaZendo Wien, Fleischmarkt 16, bei „ÖBR-Meditation läuten“, 1. Stock, zweite Türe
Datum und Uhrzeit: Samstag, 25.05.2024, 14–16 Uhr
Keine Kosten, um Dana (Spende) wird gebeten.
Keine schwarze Kleidung vonnöten.
Sitzgelegenheiten: Stühle oder Sitzkissen

Auf den ersten Blick erscheint die Überschrift paradox: Zen beruht auf der Praxis der direkten Erfahrung, die unsagbar ist. Philosophieren ist die Hinterfragung von Gewissheiten in philosophischer Haltung im Medium der Sprache, oft im Gespräch.

In der Überlieferung des Zen von LehrerInnen zu Studierenden ist die Sprache aber nicht ausgeschlossen. Sie erfolgt hauptsächlich in mündlicher Form als Übertragung von Herz zu Herz, eingebettet in die regelmäßige Praxis der Meditation und des Zazen.

Weil unmittelbare und direkte Erfahrung nicht in Worte gefasst werden kann, versucht die Sprache im Zen, die in der Praxis direkt erfahrene Wahrheit zu bedeuten. Dabei bedienen sich Lehrer verschiedener Möglichkeiten: Das Zeigen der unverstellten Wirklichkeit im Teishō, die Befassung mit der Zen-Praxis im Dharma-Vortrag, mit dem Paradox des Kōans, der Verdichtung der Sprache in der Poesie – wie zum Beispiel bei Ikkiyu –, der bildlichen Manifestation in der Kalligraphie und der künstlerischen Darstellung im Bild wie bei Hakuin, der Verwendung metaphernreicher Geschichten und – aktueller – auch von Essays und Büchern.

Tathāgata ist einer der Namen des Buddha. Er bedeutet „Der so Gegangene, der so Gekommene“. Die Überlieferung des Zen von Kyozan Joshu Sasaki Rōshi gilt als eine der wenigen in der Rinzai-Tradition des Zen, die sich der Überlieferung philosophischer Beschreibungen der Wirklichkeit zu bedienen versucht.

Zurückgehend auf die Rede von der Quelle und vom Ursprung, versuchte Sasaki Rōshi den verschütteten Bezug zur Quelle des Seins aus der Welt der Vielfalt und der Erscheinungen hervorzugraben. Er entwirft ein Bild der Wirklichkeit, welches auf dem ständigen Kommen und Gehen von zwei aufeinander bezogenen Polaritäten beruht. Diese in Wechselwirkung stehenden Pole markiert er mit vielerlei Namen, um den Prozess ständigen Wandels und die Dynamik in ihrer Interaktion zu vermitteln.

Seigaku Kigen Oshō spricht aufgrund der indirekten Bedeutung der unmittelbaren Erfahrung in diesen Darstellungen bei Sasaki Rōshi von dessen „Modell der Wirklichkeit“. Diesem kann, wie den vielen anderen philosophischen Konzeptionen in der westlichen Tradition, der Rang einer Philosophie zugeschrieben werden. In den kommenden philosophischen Treffen werden wir Sasaki Rōshis Modell anhand von Teishōs, gedeutet entlang der Grundlagen des Tathāgata Zen im Kontext der buddhistischen Tradition als Psychologie, Philosophie und spirituellem Weg in philosophischen Gesprächen nachzuvollziehen versuchen.

Die Teilnahme setzt keineswegs Erfahrung in der Praxis der Meditation, oder die Kenntnis von Philosophie und ihrer Begriffe voraus. Das Gespräch wird in allgemein verständlicher, einfacher Sprache auf Englisch und Deutsch mit Übersetzung geführt. Buddhistische und philosophische Begriffe werden, wenn sie vorkommen, eingeführt und erläutert. Die Treffen werden Praktizierenden helfen, ihre Praxis zu verarbeiten und zu vertiefen, und nicht-praktizierende PhilosophInnen einen Geschmack von der Wirklichkeit des Zen geben und sie an diese heranführen.

Wir treffen uns in wiederkehrenden Terminen im BodhidharmaZendo Wien. Vor dem Termin wird jeweils ein Teishō von Joshu Sasaki Rōshi in Englischer und Deutscher Übersetzung versendet. Es werden in der Veranstaltungsreihe auch aktuelle, konkrete Bezüge wie etwa „Zen und AI“, „Frauen im Zen“ und andere aufgegriffen werden.

English version:

At first glance, the title seems paradoxical: Zen is based on the practice of direct experience, which is unspeakable. Philosophizing is questioning certainties in a philosophical attitude in the medium of language, often in conversation.

However, language is not excluded when transmitting Zen teachings from teacher to student. It mainly takes place orally as a transmission from heart to heart, embedded in meditation and Zazen. Because immediate and direct experience cannot be put into words, language in Zen attempts to signify the truth experienced directly in practice. Teachers use various methods to do this: Showing the undisguised reality in the teishō, dealing with Zen practice in the dharma talk, with the paradox of the Kōan, the condensation of language in poetry – such as with Ikkiyu –, the pictorial manifestation in calligraphy and artistic representation in pictures such as with Hakuin, the use of metaphor-rich stories and, more modernly, essays and books.

Tathāgata is one of the Buddha’s names. It means “the one who has gone, the one who has come”. The Zen tradition of Kyozan Joshu Sasaki Rōshi is one of the few in the Rinzai tradition of Zen that attempts to use philosophical descriptions of reality. Going back to the talk of source and origin, Sasaki Rōshi tried to dig out the buried reference to the source of being from the world of diversity and appearances. He creates a picture of reality that is based on the constant coming and going of two interrelated polarities. He marks these poles, which interact with each other, with a variety of names in order to convey the process of constant change and the dynamics of their interaction.

Kigen Oshō speaks of Sasaki Roshi’s „model of reality“ due to the indirect meaning of direct experience in these representations. This, like the many other philosophical conceptions in the Western tradition, can be ascribed the status of a philosophy.
In the upcoming philosophical meetings, we will try to understand Sasaki Roshi’s model using Teishōs, interpreted along the foundations of Tathāgata Zen in the context of the Buddhist tradition as psychology, philosophy, and spiritual path in philosophical discussions. Participation does not require experience in meditation, direct experience, or knowledge of philosophy and its concepts.

The talk will be conducted in generally understandable, simple English and German languages with translation. Buddhist and philosophical terms will be introduced and explained when they occur. The meetings will help practitioners process and deepen their practice, give non-practicing philosophers a taste of the reality of Zen, and introduce them to it.

We meet regularly at the BodhidharmaZendo Vienna. A translation of the teishō by Joshu Sasaki Rōshi in English and German is sent out before each meeting. We will also address current concrete topics such as „Zen and AI“, „Women in Zen“ and others.

 

Details

Datum:
25.05.2024
Zeit:
14:00 - 16:00

Veranstaltungsort

BodhidharmaZendo
Fleischmarkt 16, läuten bei "ÖBR Meditation", 1. Stock, zweite Türe
Wien, 1010
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